Nur eine gute Halbzeit in Nürnberg - 21:35

31.08.2015

Holzgerlingen Twister verlieren vorletztes Saisonspiel und dürfen dennoch auf den Klassenerhalt hoffen

Von Sandra Langguth Kreiszeitung Böblingen 31.08.2015

Paul Sieffert von den Holzgerlingen Twister hält das Ei fest: Bei brütender Hitze in Nürnberg erst gegen Ende des Spiels auf Touren gekommen und deshalb 21:35 verloren Foto: Schittenhelm

Mit nur einer guten Halbzeit ist bei den Nürnberg Rams nichts zu holen. Das mussten die Zweitliga-Footballer der Holzgerlingen Twister am Samstagmittag neidlos anerkennen. Erst nach einem 6:35-Rückstand wachten die Twister auf, näher als auf 21:35 kamen sie mit 29 Mann bei 34 Grad aber nicht mehr heran.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal ein so schlechtes Spiel von uns gesehen habe", wusste der Holzgerlinger Headcoach Kevin Selje nach der nunmehr zehnten Saisonniederlage nicht genau, was er über die erste Hälfte sagen sollte. Natürlich tat die Hitze mit über 34 Grad ihr Übriges, zumal die Twister mit 29 Mann erneut ohne großes Auswechselpotenzial angereist waren und der ein oder andere mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte.

Die Nürnberger zogen im eigenen Stadion dagegen unbeeindruckt ihr Spiel auf und ließen die Gäste aus Holzgerlingen schnell merken, wer am Ende ihrer Meinung nach als Sieger vom Platz gehen sollte. Nach gerade einmal zwei Durchläufen im Angriff feierten die Rams bereits den ersten Touchdown nach einem klasse Lauf. Den Zusatzpunkt konnten die Twister durch Darko Pisaric immerhin blocken, ehe die eigene Offense zum ersten Mal das Feld betrat. Die musste sich jedoch recht schnell vom Ballbesitz trennen, was schon wieder die Defense aufs Feld brachte. Und die musste mitansehen, wie der amerikanische Running Back der Nürnberger einen 80-Yards-Lauf hinlegte und sich für Touchdown Nummer zwei bejubeln ließ. Dieses Mal war der Extrapunkt gut, womit es bereits 13:0 für die Rams stand.

Damit wollte sich Kevin Selje nicht zufrieden geben, weshalb er in die Trickkiste griff. Als seine Offense beim vierten Versuch angekommen war, ließ er das Punt-Team aufs Feld kommen und den Gegner im Glauben, dass die Twister sich nun vom Ballbesitz trennen. "Stattdessen haben wir einen Punt Fake gemacht", so Selje. Seine Mannschaft blieb damit in Ballbesitz, und nicht nur das - Christoph Münster schickte Fabian Glubsch mit einem schönen Pass in die Endzone der Rams. Somit stand es 6:13 aus Sicht der Twister. Den anschließenden Kick durch Thomas Rüschenpöhler blockten die Nürnberger allerdings. Die Antwort der Rams folgte prompt mit dem nächsten Touchdown - 21:6. Die Twister probierten es anschließend mit einem Onside Kick, um erneut in Ballbesitz zu bleiben, was auch gelang. Allerdings leisteten sie sich anschließend einen Ballverlust (Fumble), somit war das Angriffsrecht wieder futsch, und die Nürnberger erhöhten noch vor der Halbzeitpause auf 27:6.

Nach Wiederanpfiff ging es gerade so weiter. Die Twister-Offense wurde gleich im ersten Drive gestoppt, und der Quarterback der Rams lief der Holzgerlinger Defense im Anschluss davon. Die folgende Two-Point-Conversion war auch noch gut, also stand es 35:6. Nun erwachten die Twister so langsam aus ihrer Tiefschlafphase, während die Rams wohl etwas Gas rausnahmen, schließlich hatten sie sich für das letzte Viertel eine äußerst komfortable Führung erarbeitet.

Twister freuen sich über die Niederlage von Darmstadt

Die Twister bewegten den Ball mit ihrer Offense 80 Yards übers Feld und Alexander Lorch trug das Ei vollends über die Linie. Die anschließende Two-Point-Conversion durch Paul Sieffert brachte den Twister 14 Punkte aufs Scoreboard. Nun probierten es die Holzgerlinger wieder mit einem Onside-Kick, und dieses Mal ließen sie sich den Ball nicht nochmal klauen. So schickte Christoph Münster wieder Fabian Glutsch, und der trug das Ei in die gegnerische Endzone. Mit Rüschenpöhler-Kick stand es nun 21:35. "Immerhin haben wir in der zweiten Halbzeit wieder Twister-Football gespielt", war Selje wieder ein bisschen versöhnt. Nun kam es für die Twister natürlich noch darauf an, was die Darmstadt Diamonds am Sonntag taten. Bei einem Sieg "sind wir so gut wie weg", meinte Selje. Am frühen Abend konnten er und seine Mannschaft aber durchschnaufen. Darmstadt hatte bei den München Rangers eine 21:28-Niederlage kassiert, wodurch die Twister auf den Klassenerhalt hoffen können. Nun steht für die Twister am Samstag in Kirchdorf das letzte Saisonspiel an.


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