Der Austrian Bowl geht nach Dagersheim

24.07.2015

Simon Butsch, ehemaliger Spieler der Holzgerlingen Twister, hat mit den Swarco Raiders die Meisterschaft gewonnen

Keiszeitung Böblingen 24.07.2015

Simon Butsch aus Dagersheim ist österreichischer Meister. Das Eigengewächs von Football-Zweitligist Holzgerlingen Twister hat mit den Swarco Raiders Tirol aus Innsbruck den Austrian Bowl gewonnen. Im Finale gab es einen klaren 38:0-Sieg gegen die Vienna Wikings.

Seit vergangenem Jahr spielt Simon Butsch bei den Swarco Raiders. Mit dem Team gleich in seiner ersten Saison dort die Meisterschaft zu holen, war natürlich der Traum des Dagersheimers, der in Innsbruck studiert. Allerdings hatte es zwischenzeitlich für den durchtrainierten 22-Jährigen gar nicht so gut ausgesehen. Beim Vorbereitungscamp riss er sich die Außenbänder am Knöchel.

Drei Wochen Zwangspause und anschließend lediglich sanfte Belastung waren angesagt. Im ersten Saisonspiel gegen eben jene Vienna Vikings saß Simon Butsch nur als Zuschauer auf der Tribüne. Beim zweiten Spiel reichte es immerhin zu einem Kurzeinsatz. Jetzt konnte die Saison für den Dagersheimer endlich richtig beginnen. Mit den normalen Ligaspielen, den Einsätzen bei den Battle-4-Tirol- und Big-6-Wettbewerben sowie in der European Football-League kam da ganz schön was zusammen. Butsch, der 2005 bei den Holzgerlingen Twister mit Flagfootball angefangen hat und später als Jugend-Auswahlspieler sowie bei den Seniors in der 2. Bundesliga als einer der Schlüsselspieler viel Erfahrung sammeln konnte, hat sich das Vertrauen von Raiders-Headcoach Shuan Fatah hart erarbeitet. Neben etlichen Siegen in den verschiedenen Wettbewerben mussten die Raiders allerdings auch eine Niederlage einstecken. Im Halbfinale der European Football-League verloren sie unglücklich mit 28:33, nachdem sie bis drei Minuten vor Spielschluss immer in Führung lagen. Dafür gab es in den letzten fünf Liga-Spielen nur Siege, und auch im letzten Battle-4-Tirol gegen die London Warriors war Simon Butsch mit seinem Team erfolgreich. Am Ende belegten die Innsbrucker Platz zwei in der Liga und hatten in den Playoffs Heimrecht gegen die Prag Black Panthers.

Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven. Erst führten die Tiroler, dann die Gäste, letztlich setzten sich die Raiders aber haarscharf mit 48:46 durch. Somit hatten die Raiders den Einzug ins Endspiel um den Austrian Bowl geschafft. Simon Butsch, für den die komplette Saison mit insgesamt 15 Spielen - im April musste er innerhalb von acht Tagen gleich viermal ran - richtig taff war, stand in diesem Finale im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt als Starter auf dem Feld. Nicht nur etliche Blicke im Stadion - vor allem die der mitgereisten Familie - waren auf den 22-Jährigen gerichtet. Auch zuhause in Dagersheim und vor allem bei den Holzgerlingen Twister waren ihm Dutzende gedrückte Daumen sicher. Und es schien zu helfen, denn die Raiders gingen gleich im ersten Drive mit einem Touchdown-Pass über 13 Yards und dem Zusatzpunkt mit 7:0 in Führung. Die Defense der Tiroler kam jetzt aufs Feld und spielte von Beginn an voll konzentriert. Beide Mannschaften eroberten jeweils durch eine Interception den Ball und mussten sich dann aber mit einem Punt vom Angriffsrecht trennen. Wegen eines starken Gewitters musste eine Zwangspause von 20 Minuten eingelegt werden.

Wikinger kommen so schwer unter die Räder wie selten zuvor

Die Swarco Raiders ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen, legten mit einem Fieldgoal Sekunden vor der Pause nach und erhöhten auf 10:0. In der zweiten Halbzeit kamen die Wikinger dann so unter die Räder wie selten in ihrer Vereinsgeschichte. 38:0 hieß es am Ende für die Tiroler. Einer ausgelassenen Siegesfeier stand nichts mehr im Weg. Mittendrin Simon Butsch, der bei der offiziellen Siegerehrung eine Medaille um den Hals gehängt bekam. Hoch im Kurs stand natürlich auch der riesige Pokal. Wie es in den USA üblich ist, dürfen sich die Spieler nun außerdem noch über einen Ring freuen. "Good Job", fand Twister-Headcoach Kevin Selje nur lobende Worte für seinen ehemaligen Teamkameraden, der nach den anstrengenden Wochen erstmal ein paar Tage Heimaturlaub eingeschoben hat.


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