Pausenlos im Pech gegen die Phantoms

26.05.2015

Holzgerlingen Twister kassieren mit dem 14:40 gegen Wiesbaden die dritte Niederlage im vierten Spiel

Von Sandra Langguth Kreiszeitung Böblingen 18.05.2015

Hängten sich mächtig rein und gingen voll auf den Gegner los, konnten die 14:40-Niederlage gegen die Wiesbaden Phantoms am Pfingstsonntag aber auch nicht verhindern: Die Zweitliga-Footballer der Holzgerlingen Twister (in Schwarz) Schitti

Nichts war's mit dem zweiten Sieg, den die Holzgerlingen Twister bereits dringend brauchen, auch wenn die Saison erst vier Spieltage alt ist. Gegen die Wiesbaden Phantoms hatte die stark dezimierte Mannschaft von Headcoach Kevin Selje beim 14:40 auf dem Beach vor allem eines: eine Riesenportion Pech.

Die Voraussetzungen für die Twister waren am Pfingstsonntag schon von Anfang an nicht die besten gewesen. Die Verletztenliste war zuletzt immer länger geworden, so dass sich auch Headcoach Kevin Selje wieder in die Football-Montur schmeißen musste, um Teilen seiner gebeutelten Defense wenigstens ein paar kleine Verschnaufpausen zu gönnen. Doch von Ausruhen konnte keine Rede sein, denn auch wenn die Offense der Twister unter ihrem neuen Coordinator Jason Olive den Ball richtig gut bewegte, war sie meistens nicht allzu lange auf dem Feld. "Wir haben uns viel zu viele Ballverluste geleistet, und alle an deren 30-Yard-Linie", schüttelte Selje über die in der Fachsprache genannten Fumbles nur den Kopf.

Dabei hatte der Cheftrainer vor der Partie ein ausgesprochen gutes Gefühl gehabt. "Das Team ist total zusammengerückt." Gegen Wiesbaden reichte es allerdings nicht. Gleich zu Beginn gingen die Gäste in Führung. "Da waren wir irgendwie noch nicht wach genug, und in der Defense gab es Kommunikationsprobleme", so Selje, der mitanschauen musste, wie es kurz vor Ende des ersten Quarters bereits 13:0 für die Phantoms stand. Doch noch war nichts verloren, vor allem, da die Twister ihre neueste Verstärkung aufs Feld geschickt hatten: De'tavius Ross, Soldat der US-Army. Er kommt vom Team der Kaserne und geht ab jetzt für die Twister auf Punktejagd. Dass er das kann, sahen die Zuschauer bereits am Sonntag, als er einen Ball von Quarterback Daniel Merk fing und in die Endzone trug. Mit Extrapunkt durch Merk verkürzten die Twister auf 7:13. Nun war (schon) wieder die Defense gefragt, die zumindest soweit alles dicht machte, dass die Wiesbadener nur noch ein Fieldgoal probierten - und damit auch Erfolg hatten. Bis zur Pause gelang den Gästen ein zweiter Distanztreffer zwischen die Stangen, außerdem noch ein Touchdown mit Extrapunkt, wodurch die Wiesbadener nach der Hälfte der Spielzeit 26:7 führten. In der Kabine stellte Kevin Selje seine Mannschaft erstmal in den Senkel. "Können wir vielleicht bitte endlich mal anfangen Football zu spielen", donnerte er über die Köpfe seiner Mannen hinweg. Doch die Kräfte waren zu diesem Zeitpunkt bereits geschwunden. Für einen Sieg hätten die Gastgeber jetzt schon ein kleines Wunder gebraucht.

Die Wiesbadener legten gleich nach Wiederanpfiff nach, erhöhten auf 33:7 und Mitte des letzten Quarters auf 40:7. Kevin Selje schwammen die Felle davon. Immerhin fasste sich Neuzugang De'tavius Ross ein Herz, als er sich auf der linken Seite durchtankte und einen Lauf über 65 Yards in die Endzone des verdutzten Gegners hinlegte. Auch der Extrapunkt durch Daniel Merk saß, womit es noch 14:40 stand. Doch mehr sollte für die Twister nicht herausspringen. "Wir hatten einfach zu viel Pech. Ohne die Fumbles wäre es ein richtig enges Spiel geworden", ist Selje sicher. Er und sein Team haben nun zwei Wochen Zeit, sich auf den nächsten Gegner, die München Rangers, vorzubereiten, die am 7. Juni um 16 Uhr in Holzgerlingen aufkreuzen.


Datei-Download: